Forschung

Entsprechend der klinischen Versorgung liegen die wissenschaftlichen Schwerpunkte der Klinik bei Patientinnen und Patienten mit Brustkrebs, multiplen Myelomen, Lymphomen, Hodentumoren, Gastrointestinaltumoren und Bronchialtumoren. Die Forschungsaktivitäten richten sich insbesondere auf die Induktion von Apoptose, Antiangiogenese, Verfahren zum Schutz von gesunden Organen bei der Krebsbehandlung, Früherkennungsverfahren von Infektionen bei Tumorpatienten und die Entwicklung neuer, individueller Therapiestrategien durch die Nutzung spezieller mathematischer Algorithmen zur Erfassung biologisch und therapeutisch bedeutsamer Prognosefaktoren.

Mammakarzinom

Im Mittelpunkt der Forschungstätigkeit steht die Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten des Mammakarzinoms, sei es in der adjuvanten oder in der metastasierten Therapiesituation. Dies beinhaltet sowohl die medikamentöse Therapie mit der gezielten zytostatischen und hormonellen Therapie, als auch die Supportivtherapie und nicht zuletzt die Verbesserung der Lebensqualität. Insbesondere die Signaltransduktionswege vom Mammakarzinomzellen werden  näher untersucht. Der MTOR-Pathway, die Wirkung von RAD001 in Kombination mit anderen Zytostatika stellen ein Schwerpunktthema dar.

Immunerkrankungen und Pilzinfektionen

Derzeit werden drei klinische Forschungsschwerpunkte von mir bearbeitet bzw. bestehen Angebote therapeutischer und / oder diagnostischer Art zur Verfügung:

1. Diagnostik von invasiven Pilzinfektionen bei immunsupprimierten Patienten
Bei dieser Labordiagnostik ist es möglich, bei immunsupprimierten Patienten (Patienten mit hämatologischen / onkologischen Erkrankungen oder nach Organ- bzw. Knochenmarktransplantation) sowohl aus dem Blut als auch aus anderen Körperflüssigkeiten oder Gewebe Pilz-DNS (Schimmelpilze = Aspergillus-Arten oder Hefepilze = Candida-Arten) nachzuweisen. Diese diagnostische Möglichkeit wird innerhalb Berlins derzeit nur in unserer Klinik bzw. in meinem Forschungslabor angeboten. Es werden regelmäßig Proben aus den Berliner Universitätskliniken sowie aus dem Norddeutschen Raum bearbeitet.

Es erfolgt eine enge Kooperation mit dem Institut für Pathologie der Charité. In diesem Rahmen wurde eine Microarray-basierte Plattform zur Diagnostik von invasiven Mykosen aus Gewebematerial entwickelt, die inzwischen in der Routine eingesetzt wird.

Das Labor von Professor Ruhnke war Referenzzentrum im Rahmen der deutschen Multicenter Studie (IDEA) zur Diagnostik von invasiven Pilzinfektionen aus dem Blut. Ferner ist das Labor (als eines von zwei deutschen Labors) beteiligt an dem europäischen Ringversuch „Standardization of Aspergillus PCR“.

2. Diagnostik und Therapie von Infektionen bei Patienten mit hämatologischen / onkologischen Erkrankungen.
Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Infektionen in der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie ist Prof. M. Ruhnke maßgeblich an der Erstellung von Therapie- und Diagnostikleitlinien innerhalb Deutschlands beteiligt. Von 2005-2008 war Prof. Ruhnke Vorsitzender der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft (www.dmykg.de). Derzeit werden mehrere klinische Studien zur Antimykotika-Therapie in der Klinik durchgeführt.

3. Behandlung HIV-assoziierter Tumore (Schwerpunkt Non-Hodgkin-Lymphome)
Die Spezialsprechstunde von Professor M. Ruhnke für Patienten mit Immunmangel-erkrankungen führt schwerpunktmäßig die onkologische Behandlung von malignen Non-Hodgkin-Lymphomen bei Patienten mit HIV-Infektion durch. Prof. Ruhnke ist Leiter dieser Sprechstunde sowie der onkologischen Poliklinik und Tagesstation. Es werden Therapiemöglichkeiten innerhalb und außerhalb von Studien für HIV-positive Patienten mit bösartigen Erkrankungen nach dem neuesten Forschungsstand angeboten. Zusätzlich erfolgt die Durchführung einer autologen Stammzell-Transplantation ein Patienten mit HIV-assoziierten Non-Hodgkin-Lymphomen im Rezidiv als weiterer Schwerpunkt in der Klinik.

Tumorspezifische Apoptose

Die Arbeitsgruppe untersucht sowohl in präklinischen Modellen als auch bereits im Rahmen einer klinischen Phase-I/II-Studie die Induktion der tumorspezifischen Apoptose mit Hilfe von Liganden für Nuklearhormonrezeptoren. Hiermit sollen neue Therapiewege für die Patientinnen mit Mammakarzinom erschlossen werden.

Maligne Lymphome

An unserer Klinik behandeln wir sämtliche maligne Lymphomarten. Wir führen konventionelle Chemoimmuntherapien, Radioimmuntherapien und hochdosierte Chemotherapien mit autologer Stammzelltransplantation durch. Unsere Klinik beteiligt sich an verschiedenen klinischen Studien zur Behandlung maligner Lymphome. Darüber hinaus betreiben wir kliniknahe Grundlagenforschung u.a. zu Signalvorgängen in Lymphomzellen und zum Verständnis der Wirkungsweise neuer gezielter Therapieansätze (targeted therapies) bei malignen Lymphomen.

Gen- und Immuntherapie
Klinische Kooperationseinheit mit dem BCRT

Frau Priv.-Doz. Dr. med. Gabriele Pecher leitet an der Klinik die Klinische Kooperationseinheit mit dem Berlin-Brandenburg Center for Regenerative Therapies (BCRT), die eine Brückenfunktion zwischen beiden Einrichtungen mit dem Ziel der schnelleren Übertragung von Grundlagenforschung in die klinische Anwendung darstellt. Die Klinische Kooperationseinheit arbeitet an der Erforschung neuer Therapiestrategien mit den Schwerpunkten Gen- und Immuntherapie sowie Maligne Lebererkrankungen. Bis zu zehn stationäre Betten sind für entsprechende Patienten auf der Station 146 vorgesehen. Die ambulante Betreuung erfolgt in einer Spezialsprechstunde verbunden mit einer entsprechenden Labor-Forschungseinrichtung.

Biochemische Marker

Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich im weitesten Sinne mit molekularen Markern, die mit der Entstehung und Progression unterschiedlicher solider Tumore verknüpft sind. Die initiale Arbeit bezog sich vor allem auf Auf- und Abbauprodukte von Typ I Kollagen im Rahmen der Knochenmetastasierung des fortgeschrittenen Mammakarzinoms. Ausgehend von den dabei gewonnenen Daten untersuchten wir diese Metaboliten auch für die Frühdiagnostik von Knochenmetastasen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Familie der epidermal growth factor receptors. Wir konnten die ungünstige prognostische und prädiktive Bedeutung von HER-2/neu im Serum für die Chemotherapie des metastasierten Mammakarzinoms darlegen, zeigten aber gleichsam auf, dass ein erhöhter HER-2/neu-Wert im Serum eine hohe prädiktive Wertigkeit zugunsten des Ansprechens einer Herceptin-Therapie zeigt. Während HER-2/neu im Serum relevant mit der Tumorlast assoziiert ist und damit als Tumormarker genutzt werden kann, schwankt EGFR im Serum nicht mit der Tumorlast.

Aktuell bewegt sich die Arbeitsgruppe in Richtung Proteomics und ist an internationalen Studien zur Frühdiagnostik des Blasen-, Prostata-, Kolon- und Mammakarzinoms beteiligt. Hier wird auf die sogenannten „nukleären Matrixproteine“ ein Schwerpunkt gesetzt, für die in den USA als einziger Screening-Test (neben dem PSA für das Prostatakarzinom) eine FDA-Zulassung für die Frühdiagnostik des Blasenkarzinoms vorliegt.